Tierische Mitarbeiter

Je nach Therapieziel wird entschieden, mit welchem Tier gearbeitet wird und welche Formen der Interaktion dabei in Frage kommen. Natürlich spielen bei dieser Entscheidung auch eventuelle Vorlieben sowie die Reaktionen der Patienten auf die einzelnen Tiere eine wichtige Rolle. Ebenso wird kein Tier zu Aktionen gezwungen, denn es ist ein wesentlicher Teil des therapeutischen Gesamtkonzeptes, die Eigenarten des anderen zu erkennen und zu respektieren.

Wichtige Voraussetzung wenn verschiedene Tierarten gleichzeitig zum Einsatz kommen: die Tiere kennen sich und können einander vertrauen.

Die Lamas

Lamas faszinieren zunächst durch ihr exotisches Erscheinungsbild. Darüber hinaus sind sie aufgrund ihres ruhigen Wesens besonders geeignete Partner für die Tiergestützte Therapie. Ihr Charakter zeichnet sich durch Zurückhaltung und Neugierde sowie durch ein hohes Maß an Lernfähigkeit aus. Gerade durch die angeborene - und durch die Erziehung weiter unterstützte - Zurückhaltung eignen sich Lamas besonders für ängstliche Menschen. Ein gut erzogenes Lama wird beispielsweise niemals aufdringlich nahe kommen und um Futter betteln.
Die Erfahrung spuckender Lamas, die einige Menschen schon bei Zoobesuchen gemacht haben, rührt meist von Futterneid her, der bei Fütterung aus der Hand auftritt. Meine Lamas (www.Gukie-Lamas.de) kennen den Unterschied zwischen Mensch und Lama, d.h. sie setzen das Spucken nur bei Unstimmigkeiten untereinander ein, nicht jedoch gegen den Menschen.

Beide Lamas werden auch mit dem Clicker trainiert, was ihnen viel Spass macht und zu Dingen wie z.B. mit einem Gymnastikball zu spiele führt. Besonders in der kalten Jahreszeit sind solche Übungen sehr beliebt, in der Weidesaison werden die Prioritäten anders gesetzt, da steht die Weide an erster Stelle des Interesses.

Isis, die inzwischen 12 Jahre alte Stute ist neugierig, sehr intelligent, liebt Spaziergänge und Clickertraining; sie ist die Chefin in dem kleinen Rudel, je nach Situation schickt sie aber auch mal  ihren Kumpel Hippias vor um sich dann an seine Fersen zu heftet.

Hobbys: fressen, immer als erstes alle Futterstellen abchecken, Hippias ab und an ärgern (Änderung der Fellfarbe nach Grün-Gesprenkelt …); spazierengehen und Neues erleben, Clickertraining mit Bällekicken, freiwillig (!) und ohne Führstrick über einen Parcour zu gehen.

Hippias, ein 12- jähriger, sehr umgänglicher Wallach; er geniesst es, gebürstet zu werden, auch gerne vom Rollstuhl aus; geduldig absolviert er kleine Parcours, und ist gerade im Umgang mit behinderten Menschen sehr vorsichtig.

Hobbys: fressen, fressen … in der Sonne liegen, Umgebung im Blick haben, freundlich sein.


Hunde

Norea

Colliehündin "Norea" (McCloud´s Key to my heart): von 2002 bis 2014.   Mit ihr habe ich die Prüfung zum Therapiebegleithund beim TBD e.V. abgelegt. Sie war oft in meine Praxis ( für Naturheilverfahren) als "Arzthelferin" anzutreffen.  Hobbys: Grundstück beschützen (ihre eigentliche Lebensaufgabe, die sie sehr akribisch ausführt), herumliegende Dinge apportieren und gegen Leckerchen eintauschen, bei Mangel an solchen Gegenständen wird auch schon mal  versucht, den Socken von einem Fuß zu ziehen um etwas bringen zu können.

Sie wurde mit zunehmendem Alter wirklich weise und gelassen.

Kurz vor Weihnachten 2014 hat sie die Reise über die Regenbogenbrücke angetreten. Sie lebt in unseren Herzen jeden Tag weiter.

Hannah (White Hannah from Olympic Mountain) geb. Januar 2006, ist ein aussergewöhnlicher Sheltie. Während die meisten Rassevertreter dazu neigen, Fremden gegenüber sehr reserviert zu sein, liebt Hannah alle Menschen gleichermassen. Sie umgarnt jeden mit viel Charme, wer schon einmal bei mir war, weiss was ich meine), ihren Spielaufforderungen kann sich niemand entziehen. Bei Besuchen im Seniorenheim liebt sie es in den Betten sitzen zu können, bohrt ihr kleines Näschen in spastische Hände und trägt ein solches Urvertrauen in sich, dass sie ohne weiteres auch ein paar Minuten einschläft.

Leider hat Hannah aufgrund einer Borrelioseerkrankung im Jahr 2013, die sie nur mit knapper Not überlebt hat, eine starke Behinderung an beiden Hinterbeinen entwickelt, sodass sie auf das Tragen von Orthesen angewiesen ist.

Sie hat inzwischen ein großes Geschick darin entwickelt, mit diesen Hilfen zu gehen und ihr unerschütterlich fröhlicher Grundcharakter ist wieder voll da. Ihre Einsätze als Therapiehündin sind daher inzwischen eher von Ruhe als von wildem Spiel geprägt.

 

Auch wenn er aussieht wie Lassie - das ist Mikey (Glasgowhill´s Padstaw Pride) . Mikey wurde im Mai 2009 in Canada geboren und sollte eigentlich als Zuchtrüde hier in Deutschland eingesetzt werden. Einige fehlende Zähne standen allerdings dieser Karriere entgegeben.

Mikey hat sich zu einem prächtigen Rüden entwickelt, souverän im Umgang mit anderen Hunden und begeistert vom Kontakt mit Menschen.

 

Kaninchen und Meerschweinchen

Kanninchen

Generell eignen sich Kleintiere für alle Patienten, die Angst vor größeren Tieren haben. Ihre angeborene soziale Lebensweise und ihr weiches Fell machen eine Kontaktaufnahme leicht, durch ihre geringe Größe sind sie auch für Patienten mit starken körperlichen Einschränkungen gut geeignet.

Meerschweinchen Raffi

Das geniale an Meerschweinchen ist - sie haben immer Hunger. Sie mit Löwenzahn, Gurken oder anderen Leckerein zu verwöhne und dabei ihr weiches Fell zu streicheln ist für viele Menschen ein schönes Erlebnis. Hier im Bild "Raffi" mein kleiner Neuzugang aus dem Tierpark Sommerhausen.

Hühner

Fine

Aufgrund der Tatsache, dass ich mit der tiergestützten Therapie im großen Rahmen zum Ende des Jahres 2015 aufhöre, wohnen derzeit nur noch 3 gackernde Damen auf meinem Bauerhof. Hier im Bild "Fine" ein indisches Riesen-Brahma, mittlerweile 8 Jahre alt und immer noch sehr fit, das mit seiner imposanten Erscheinung Eindruck macht.

Ob Hühner sich zur Therapie eignen oder nicht, hängt neben der Prägung auf den Menschen vor allem von der Rasse ab. Manche Hühnerrassen sind häufig sehr lebhaft und haben alles andere im Kopf als sich beschaulich auf einem Schoß niederzulassen.